Seniorenbeiratssitzung am 3. Juli 2018

10. Juli 2018



Der Seniorenbeirat der Stadt Siegen hatte bei seiner jüngsten Sitzung im Geisweider Rathaus mit Johannes Werthenbach den neuen Persönlichen Referenten und Büroleiter von Bürgermeister Steffen Mues zu Gast.

Nach einer persönlichen Vorstellung referierte Johannes Werthenbach zunächst über sein Aufgabengebiet, ehe er sich den Fragen des Gremiums stellte. Dabei kamen zahlreiche Anliegen der älteren Mitbürger in der Krönchenstadt zur Sprache. So ging es u.a. um die Ausweitung des Angebotes "Nette Toilette" auch auf die Randgebiete der Stadt, Vorschläge für eine weitere Verschönerung des Stadtbildes und Beseitigung von "Schmuddelecken", eine Verlängerung des Geländers im Treppenhaus des Rathauses Siegen sowie um die Bezuschussung im Rahmen der  Städtepartnerschaften.

 

Nach dem Seniorenaustausch mit den Partnerstädten Leeds, Plauen und Ypern möchte der Seniorenbeirat im nächsten Jahr gerne die Partnerstadt Zakopane besuchen. Aus der polnischen  Wintersportmetropole liegt bereits seit einem Jahr eine Einladung an den Siegener Seniorenbeirat vor, wie Vorsitzender Dr. Horst Bach mitteilte. Dem länderübergreifenden Erfahrungsaustausch der älteren Generation käme gerade im Hinblick auf die dringend notwendige Stärkung Europas neben den verschiedenen Projekten des Jugendaustausches eine besondere Bedeutung zu, so Horst Bach.

 

Einiges hat der Seniorenbeirat auch in der Kooperation mit weiteren Gremien erreicht. So berichtete Helmut Plate, Sprecher des Arbeitskreises Sicherheit und Verkehr, dass es ab dem 16. Juli  im Nahverkehrsplan eine direkte Verbindung  vom Siegener Omnibusbahnhof  zum Trupbacher Buberg durch Taxibus auf der Linie C117 geben werde.

Auch ein weiteres durch den Seniorenbeirat der Stadt Siegen auf den Weg gebrachtes bürgerschaftliches Anliegen sei auf den Weg gebracht:  Der Umbau der Aufzugsanlage am Bahnhof Weidenau sei für 2020 geplant. Helmut Plate schlug zudem eine Schulung für Senioren an Ticketautomaten vor.

 

Sehr rege verlief auch die Diskussion über die in den politischen Ausschüssen anstehenden Themen. Hier wurde insbesondere auf die Notwendigkeit von bezahlbarem Wohnraum für Ältere auch in zentrumsnahen Gebieten hingewiesen.    


Seniorenbeiräte aus Siegen, Kreuztal und Freudenberg mit neuen Impulsen

09. Juli 2018

Gemeinsam sind wir stark. Nach dieser Devise wollen die Seniorenbeiräte der Städte Siegen, Kreuztal und Freudenberg in Zukunft verstärkt gemeinsam wichtige senioren- und gesellschaftspolitische Probleme angehen.

Jetzt trafen sich die Vorstände der drei Gremien erstmals in der Siegener Begegnungsstätte Haus Herbstzeitlos. Lars Dörr stellte als Seniorenbeauftragter der Universitätsstadt Siegen das Haus vor. Dabei gab er einen anschaulichen Überblick über die vielfältigen Angebote der seit nunmehr 20 Jahren bestehenden Einrichtung. In Kreuztal ist vor etwas mehr als einem halben Jahr erstmals der Seniorenbeirat per Briefwahl gewählt worden. In Freudenberg wählen die älteren Mitbürger im Herbst ebenfalls ihre Seniorenvertretung. Sowohl in Siegen wie auch in Kreuztal wurden mit der Briefwahl gute Erfahrungen gemacht. Trotz teilweise recht guter Wahlbeteiligung wurde aber auch deutlich, dass insbesondere in den ländlichen Bezirken sich immer weniger Interessierte zu einer Kandidatur bereit erklären. So ist der Seniorenbeirat der Stadt Siegen gerade dabei, durch besondere Informationsveranstaltungen in den Bezirken Süd und Ost über seine vielfältige Arbeit zu informieren. In Kreuztal sind in einigen Randbezirken gar keine Kandidaten für die Wahl gefunden worden. Gerade ältere Menschen wollen sich nicht mehr sehr langfristig binden und strebten eher kürzere, projektbezogene Engagements an, so der Siegener Beiratsvorsitzende Dr. Horst Bach. Vor- und Nachteile ener dreijährigen Wahlperiode wie in Freudenberg oder einer fünfjährige Amtszeit wie in Siegen wurden aufgezeigt und sollen in Zukunft weiter diskutiert werden.

 

Ein weiteres gemeinsames Anliegen ist das Thema "Gesundheit und Pflege". Hierzu und zu anderen seniorenrelevanten Themen soll im Herbst eine gemeinsame Veranstaltung der drei Beiräte mit dem BAGSO-Vorsitzenden Franz Müntefering stattfinden, an der auch weitere interessierte Ältere teilnehmen könnnen. Die vom Siegener Seniorenbeirat praktizierte Einrichtung von themenbezogenen Arbeitskreisen wurde sehr gelobt, kann aber nicht in allen Kommunen gleichermaßen wirkungsvoll umgesetzt werden. Der Siegener Arbeitskreissprecher Ernst Göckus zeigte an zahlreichen Beispielen die vielfältigen Möglichkeiten einer seniorenbezogenen Öffentlichkeitsarbeit auf.   Die Organisation von Seniorenveranstaltungen, Städtepartnerschaften und die Zusammenarbeit mit ortsansässigen Vereinen standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Gemeinsam will man sich auch in Zusammenarbeit mit der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) für eine noch stärkere und verpflichtende Einbindung der Seniorenbeiräte in die Gemeindeordnung (GO) des Landes einsetzen. Die nächste Zusammenkunft der Beiräte soll zu Beginn des nächsten Jahres in Kreuztal stattfinden.   


Stehen zusammen: Die Vorstände der Seniorenbeiräte Siegen, Kreuztal und Freudenberg beim Sommer-Treff vor dem Haus Herbstzeitlos.


Zeitzeugenprojekt an Siegener Realschule

09.07.2018



Lebendige Vergangenheit an der Realschule Am Oberen Schloß

Mitglieder des Siegener Seniorenbeirates als Zeitzeugen im Geschichtsunterricht.

 

Lebendige Vergangenheit, dies stand wieder einmal auf dem schulinternen Lehrplan der Schule im Fach Geschichte. Vier Mitglieder des Seniorenbeirates brachten jüngste Geschichte im Sinne originaler Begegnung anschaulich in den Fragehorizont der Schüler. Die Schüler der vierzügigen Jahrgangsstufe 10 konnten zwischen zwei Schwerpunkten wählen – Flüchtlingselend sowie Leben in der damaligen DDR für die eine Gruppe, Wiederaufbau, Kalter Krieg sowie erste ausländische Arbeitnehmer in Deutschland waren Thema in der Gruppe zwei. Die Lehrkräfte Kalliopi Pelteki sowie Doreen Adler und Stephanie Christ hatten einen gezielten Fragenkatalog vorab im Unterricht zu sämtlichen Themen erarbeitet und den Mitgliedern des Seniorenbeirates vorab zur Vorbereitung übermittelt. Beide Gruppen waren zahlenmäßig etwa gleich stark.

 

Flucht und Vertreibung, diese schmerzhaften Erfahrungen ließ Frau Dr. Maria Czell die Schüler hautnah erleben. Im September 1944 ist die Zeitzeugin mit ihrer Familie aus Siebenbürgen bis nach Oberösterreich geflohen. „Wir mussten unser Zuhause von jetzt auf gleich verlassen und konnten nur das Nötigste mitnehmen.“  Der NS-Propaganda über Frontbegradigung und raschen Gegenschlag  glaubte bald niemand mehr. In eindrucksvoller und authentischer Form berichtet die Zeitzeugin von ihren Erlebnissen und hebt hierbei immer wieder den aktuellen Bezug zur Gegenwart hervor.

„Es ist verblüffend, wie viele Parallelen es dabei zu den Erfahrungen derjenigen Menschen gibt, die heute als Flüchtlinge zu uns kommen“, betont Maria Czell. „Nämlich die Angst vor der lebensbedrohenden Grausamkeit des Feindes, quälende Furcht vor dem Ungewissen, die Entbehrungen durch Hunger und mangelnde Hygiene.“ Unzureichende Bekleidung sowie primitivste Schlafgelegenheiten unterwegs haben sich bei der Zeitzeugin nachhaltig eingeprägt. Die große Trauer um den Verlust aller Habe und auch von Menschen kamen verstärkend hinzu. „Zum Glück gab es auch Menschen, die uns auf unserer Fluchtstrecke hilfreich unterstützten.“  So erhielten die Kinder gelegentlich ein Glas Milch mit Honig, konnten eine Badewanne benutzen und sogar wieder in einem richtigen Bett schlafen. „Das war für mich das Himmelreich“. weiß sich die Zeitzeugin dankbar zu erinnern.

 

„Die Aufnahme in Oberösterreich war zunächst alles andere als freundlich. Die Zuweisung in Wohnquartiere erfolgte nicht selten unter Polizeischutz, da sich die betroffenen umliegenden Bauern oft weigerten, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die geringsten Berührungsängste hatten immer noch die Kinder untereinander. Aus Anfeindung und Misstrauen entwickelte sich erst allmählich Duldung und Entgegenkommen.“

 

Die Schüler lauschten ganz gespannt und hatten danach viele Fragen an die Zeitzeugin. Deren Ziel war es, die jungen Menschen für das Flüchtlingsschicksal zu sensibilisieren, unmittelbare Betroffenheit zu erzielen und zum Nachdenken anzuregen.  

 

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Über das Leben in der DDR berichtete Dr. Jochen W. Münch, 1937 in Dresden geboren.  „Die Unsicherheit nach Kriegsende war groß, Menschen wurden ohne ersichtlichen Grund abgeholt, entweder erschossen oder zwangsdeportiert. Aufgrund schlechter Erfahrungen ging man als Kind den russischen Soldaten möglichst aus dem Weg. Privateigentum wurde nach Willkür konfisziert. Auch kleinere Betriebe mussten einen Teil ihrer Ernte an staatliche Läden abliefern.“ So etwa der Großvater des Zeitzeugen, der einen Obst- und Gemüsegarten von gerade einmal 1800 qm hatte. Ein Onkel des Zeitzeugen weigerte sich als Bahnhofsvorsteher für die Sowjetunion bestimmte Industriegüter auf einem maroden Gleis fahren zu lassen. „Die Russen hielten dies für Sabotage und warfen ihn für 14 Tage ins Gefängnis und folterten ihn.“

Anschließend sprang der Zug auf besagtem Gleis von den Schienen.

Der erzwungene Zusammenschluss von SPD und KPD zur SED führte dazu, dass diese die beherrschende Partei bis zum Mauerfall war. „Bürger wurden intensiv darauf hingewiesen doch frei zu wählen, d.h. ihre Wahlzettel außerhalb der Wahlkabine frei zu markieren.“ Später stellten sich eine Reihe der Wahlergebnisse von über 90 % Zustimmung für die SED als Fälschung heraus.

 

Drei Jahre nach ihrer Flucht konnte die Familie des Zeitzeugen wieder zu Besuchen in die DDR einreisen. Dies war stets mit einem hohen Aufwand an Bürokratie, Kontrollen sowie gelegentlichen Schikanen verbunden. „Eine meiner Cousinen bat mich, sie nicht zu besuchen, da sie bei Westbesuch Probleme mit der SED-Politführung bekäme.“ Dr. Münch schildert zahlreiche Beispiele für Mangelwirtschaft in der DDR. „Oft war nur wenig oder keine Ware vorrätig. Wo sich eine Schlange vor einem Geschäft bildete stellte man sich an ohne zu wissen, was es zu kaufen gab. Es könnte ja nützlich sein.“ Westliche Besucher, welche die vorgeschriebenen Zwangsumtauschbeträge ausgeben wollten, fanden praktisch nichts, was von Wert war. Hochwertige Güter gab es lediglich im Intershop gegen Devisen, vor allem gegen Westmark zu kaufen. Mit der DM konnte man unter der Hand Reparaturleistungen und Material, welches es angeblich nicht gab, erhalten.“  Freie Studien- und Berufswahl blieben nicht selten auf der Strecke und führten dazu, dass sich die betreffenden Personen in ihrem späteren Beruf unglücklich fühlten.

 

„Ihr seid die künftigen Staats- und Verantwortungsträger“, appellierte Dr. Münch an

die Schüler.  „Engagiert euch und habt Mut zur Verantwortung.“

 

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Wiederaufbau und Ost-West-Konflikt, hierüber berichtete Ernst Göckus aus eigenen Erfahrungen. Seine Familie hatte es Anfang 1945 aufs Land gezogen, noch bevor die Weidenauer Wohnung kurz vor Kriegsende durch eine alliierte Luftmine dem Erdboden gleich gemacht wurde

„Besonders bedrückend und quälend war die Wohnungsnot in den ersten Nachkriegsjahren, Viele Ausgebombte, Flüchtlinge und Vertriebene hausten in einem Zimmer, in dem sich das ganze tägliche Leben abspielte. Zwei Zimmer auf dem Bauernhof meiner Großeltern war schon etwas Besonderes“.

Samstags ging es in die Zinkbadewanne, gleiches Wasser für mehrere Kinder nacheinander. Tauschgeschäfte jeglicher Art blühten, da die alte Reichsmark nur noch einen äußerst geringen Wert hatte. Nebenwährung waren amerikanische Zigaretten, für die man vieles bekommen konnte. „Als Kinder begaben wir uns häufig auf die Suche nach Altmetallen, besonders beliebt waren Kupfer, Zink und Blei.“

Erwachsene wie Kinder konnten sich nicht satt sehen, als sich unmittelbar nach der  Währungsreform die Schaufenster schlagartig füllten.

Ganz hoch im Kurs stand die elektrische Eisenbahn. Vor Weihnachten drückten sich viele Kinder die Nasen an den Schaufenstern eines Spielwarengeschäftes platt, als die Züge ihre Runden machten.

„Da habe ich doch tatsächlich mehrere Loks meiner elektrischen Eisenbahn gegen Zigaretten eingetauscht, was wären diese Maschinen wohl jetzt nach der Währungsreform wert?“, so erinnert sich ein junger Familienvater mit Wehmut. Dies war bestimmt kein Einzelfall.

Ein Facharbeiter verdiente kurz nach der Währungsreform etwa 250 DM im Monat. Das damals teuerste deutsche Auto, ein Opel Kapitän, kostete rund 9800 DM, verfügte über 55 PS und war 126 km/h schnell. Die wöchentliche Arbeitszeit lag noch bei 48 Stunden. Die Löhne stiegen langsam an. Rund 80 % der Kinder besuchten damals die 8-jährige Volksschule. Auf dem Land waren sämtliche Jahrgänge in einem Raum zusammengefasst, rund 60 Schüler wurden von einem Lehrer unterrichtet. Diese Pädagogen hatten in der Tat die Bezeichnung „Schulmeister“ verdient. Es war Tradition, dass der Lehrer von der jeweiligen Hausschlachtung einen Teil abbekam. Der Zugang zum Gymnasium führte über eine 3-tägige Aufnahmeprüfung, das Schulgeld lag bei 20 DM monatlich, hinzu kamen beträchtliche Beträge für Schulbücher. Klassenstärken bis zu 50 Schülern waren keine Seltenheit. Heimatfilme für die Älteren und Wild-Westfilme für die jüngere Generation standen an Wochenenden hoch im Kurs. Sonntags zog es auf die Fußballplätze, bei Spitzenspielen im Siegerland kamen bis zu 8.000 Zuschauer. Der unvergessliche Höhepunkt war die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Weiter entfernte Reiseziele entwickelten sich mit steigender Kaufkraft nach und nach. Ein Plakat zur Bundestagswahl 1957 zierte der Kopf des damaligen Bundeskanzlers mit dem Titel „Keine Experimente“.

                                                 

 

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Zur gleichen Zeit war der Ost-West-Konflikt in vollem Gange. Der Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 in der damaligen DDR wurde durch sowjetische Panzer brutal niedergeschlagen. In DDR Schulbüchern wurde die Sowjetunion für „brüderliche Hilfe“ gegen westliche Faschisten gelobt. Vor dem Hintergrund wachsender Bedrohungsgefühle wurde die Diskussion um eine deutsche Wiederbewaffnung leidenschaftlich geführt, dies auch bis in die Wohnzimmer hinein.

Durch den Bau der Berliner  am 13. August 1961 Mauer verstärkten sich bei vielen Menschen Angst und Unsicherheit.

„Alle Achtung, dass Sie sich heute noch einen wissenschaftlichen Vortrag anhören wollen“ bemerkte ein Naturwissenschaftler am 26. Oktober 1962  abends zu uns als Schülergruppe auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise. Am nächsten Tag war noch eine Klassenarbeit in  einem Hauptfach fällig. „Bekommen wir die wohl noch zurück?“ fragte ein Mitschüler. Ein gewisses Verlegenheitslachen war die Antwort.

„Erst später wurde uns allen deutlich, wie nahe wir wirklich am Abgrund gestanden hatten.

Die paradoxe weltpolitische Situation wurde uns allen bewusst. Es war die Atombombe selbst, welche die Großmächte davon abhielt, einen Dritten Weltkrieg zu riskieren.“ Die Sinnlosigkeit jeder Art von kriegerischer Auseinandersetzung zeigte sich nochmals nachhaltig am Beispiel des Vietnamkrieges. Diese Einsicht verstärkte sich vor dem Hintergrund gegenwärtiger wahnsinniger kriegerischer Auseinandersetzungen.

 

 

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Alfonso Lopez Garcia kam 1963 von Bilbao nach Siegen. Als Kind hatte er eine Dorfschule für Jungen besucht, in welcher von der ersten bis zur achten Klasse in einem Raum unterrichtet wurde. Mit diesem Zeitzeugen stand ein Mann der ersten Stunde Rede und Antwort. Aus seiner Sicht wurden die ersten Migranten unterschiedlich in Deutschland aufgenommen. So waren die ersten Jahre in Deutschland nicht frei von Ressentiments und Intoleranz. „Ausländische Gäste nicht erwünscht“, an diese Restriktion kann er sich noch gut erinnern. „Wirtschaft und Politik mussten erkennen, dass sie Arbeitskräfte geholt hatten, aber Menschen gekommen waren.“ Die Verständigung erfolgte zunächst lediglich durch Mimik und Gestik. „Anfangs wohnte ich in einer Arbeiterbaracke zusammen mit einem Italiener. In einem Raum haben wir gekocht, gewohnt und geschlafen.“ In guter Erinnerung hat Alfonso Lopez Garcia auch positive Beispiele. „Nach einem Gottesdienst sprachen mich zwei junge Männer an und luden mich zu Aktivitäten des CAJ (Christliche Arbeiterjugend) ein. Das war für mich belebend und schön. Diese Freundschaft besteht auch heute noch.“

Zunächst fanden sich nur Gelegenheitsarbeiten, schließlich aber auch feste Anstellungen. In einem berufsbegleitenden Studium qualifizierte sich Alfonso Lopez Garcia zum Diplom-Sozialarbeiter und fand eine Anstellung im Siegener Caritasverband. Mit Dankbarkeit und Stolz blickt er auf die Möglichkeiten beruflichen Fortkommens zurück, welche ihm in Siegen geboten worden waren. „Macht was aus euch“ riet er den Schülern der Jahrgangsstufe 10 eindringlich. Alfonso Lopez Garcia, mit einer Spanierin verheiratet, und inzwischen vierfacher Großvater besitzt beide Staatsangehörigkeiten. „Mein Mutterland ist Spanien, mein Vaterland ist Deutschland.“ Gegenseitiges Verständnis und gegenseitige Wertschätzung sind ihm ein zentrales Anliegen. „Die Bevölkerung muss das Anderssein der Einwanderer als Selbstverständlichkeit akzeptieren und auch schützen.“ Zugleich hofft er „dass die Einwanderer selbst diese Akzeptanz fördern und sich an diesem Prozess aktiv beteiligen“.

Diesen Appell untermauert er abschließend  stimmgewaltig mit der spanischen Version von Schillers Hymne „An die Freude“.

 

Die durchgehend gespannte Aufmerksamkeit, die vielfältigen Fragen und positiven Rückmeldungen der Schüler und Lehrer ermutigen zur Fortsetzung, Erweiterung und Vertiefung derartiger Zeitzeugenprojekte. In diesen Veranstaltungen konkretisiert sich ein zentrales Anliegen des Siegener Seniorenbeirates, nämlich Alt und Jung in einem förderlichen Sinne zusammen zu bringen. Nähere Auskünfte: Regiestelle Leben im Alter, Rathaus Siegen-Weidenau, Telefon: 4042200 und 4042146


Alfonso Lopez- Garcia Dr. Maria Czell, Ernst Göckus und Dr. Jochen Münch stellen sich den Schülerinnen und Schülern als Zeitzeugen

Informationsveranstaltung des Siegener Seniorenbeirats fand reges Interesse

12. Juni 2018

Zu Beginn des Informationsnachmittags im Niederscheldener Bürgerhaus stellte der Vorsitzende Dr. Horst Bach Aufgaben Zusammensetzung und Aktivitäten  des Seniorenbeirates überblickartig vor und ermutigte die Anwesenden zu reger Beteiligung.

 

Vielfältig waren  dann auch die Fragen, welche den Besuchern im Bezirk Siegen-Süd auf den Nägeln brannten.

Die gewählten Vertreter Karin Piorkowski, Michael Horak und Rolf Steinemann standen zunächst Rede und Antwort. Die Sprecher der vier  verschiedenen Arbeitskreise berichteten in der von Dr. Maria Czell moderierten Veranstaltung über bisherige Arbeitsergebnisse sowie künftige Vorhaben. Zudem konnten sich die Besucher anhand eines umfassenden Tätigkeitsberichtes einen Einblick in die Arbeit des Seniorenbeirates verschaffen. Vielfältige Anregungen und Wünsche wurden in der anschließenden Aussprache deutlich. Sie bezogen sich beispielsweise auf Sicherheit für Senioren, Querungshilfen für Fußgänger, Stolperfallen im Bezirk und seniorenfreundliche Gestaltung von neu zu errichtenden Parkplätzen. Dr. Horst Bach hob  die wichtige Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Bezirksausschuss hervor. Zuständigkeitsprobleme bei Anfragen an die Stadt wurden aufgezeigt und Möglichkeiten zum verbesserten Informationsfluss vorgeschlagen. Bezahlbare Wohnungen für Vertreter der dritten Generation sowie Kontaktpflege zu Partnerstädten wurden thematisiert. 

Gerne nahmen die Besucher den vom Arbeitskreis 1 erstellten Notfallausweis entgegen, welchen viele der Anwesenden auch in ihrem Umfeld verteilen werden. Die nächste Veranstaltung ist im Bereich Siegen-Ost geplant.


Gelungene Kooperation: Mitglieder von Seniorenbeirat und Heimatverein hießen die Senioren aus dem Siegener Süden im Niederscheldener Bürgerhaus willkommen

Pflegebedürftige entlasten: Eigenanteile senken

05. Juni 2018

 

Auf dem 12. Deutschen Seniorentag in Dortmund forderte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dass Pflegekräfte für ihre wichtige Arbeit besser bezahlt werden.

 

Gleichzeitig dürfen die Eigenanteile für die Betroffenen und ihre Familien nicht steigen. Die gemeinsame Interessenvertretung der Pflegebedürftigen fordert deshalb, dass Pflegegeld und Pflegesachleistungen jährlich angepasst werden müssen. Dabei dürfen nicht nur die Kaufkraft, sondern müssen insbesondere auch die notwendigen Lohnsteigerungen berücksichtigt werden.

 

Mehr dazu lesen Sie in der gemeinsamen Pressemitteilung der maßgeblichen Organisationen, die nach §118 SGB XI die Interessen pflegebedürftiger und behinderter Menschen vertreten.

 

Eine weitere Forderung der BAGSO zur Entlastung von Familien ist es, eine Pflegezeit nach dem Modell der Elternzeit einzuführen, in der staatliche Lohnersatzleistungen bezahlt werden.

Nähere Informationen durch anklicken der pdf-Datei. 

 

                             

                             

 


Seniorenbeirat informierte sich über Kultur und Stadtmarketing in der Krönchenstadt

05. Juni 2018



Im Rahmen seines Arbeitsschwerpunktes "Mit der Verwaltung im Gespräch" hatte der Seniorenbeirat der Stadt Siegen in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus Geisweid die für Kultur und Stadtmarketing zuständige Abteilungsleiterin Astrid Schneider zu Gast.

Nachdem in einer der vorherigen Sitzungen der neue Dezernent Arne Fries sein Aufgabengebiet mit insgesamt fünf Abteilungen vorgestellt hatte, erhielten die Beiratsmitglieder jetzt durch Astrid Schneider erstmals von fachkundiger Seite tiefere Einblicke in den Kulturbereich.

Für die nächste Sitzung steht bereits die Vorstellung der  Abteilung "Ordnung und Stadtreinigung" auf der Tagesordnung. Gleich zu Beginn der Sitzung wies Beiratsvorsitzender Dr. Horst Bach auf die Bedeutung der regelmäßigen und umfassenden Informationen durch die Verwaltung hin. Die Fragen aus der Bürgerschaft an die Beiratsmitglieder in den einzelnen Stadtbezirken könnten nämlich nur dann zufriedenstellend beantwortet werden, wenn  Zuständigkeiten in der Verwaltung bekannt seien. Dabei käme gerade dem "kleinen Dienstweg" eine besondere Bedeutung zu, so der Vorsitzende.

Gerade bei der Vorstellung der fünf städtischen Institute Museen, Musikschule, Stadtarchiv, Stadtbibliothek und Volkshochschule zeigten die Fragen der Beiratsmitglieder, wie eng diese Bereiche mit der Seniorenarbeit in der Krönchenstadt verbunden sind.

 

So hat sich der Beirat intensiv an der Entwicklung des neuen Stadtführungskonzeptes beteiligt, das insbesondere die bestmögliche Barrierefreiheit für ältere und bewegungseingeschränkte Menschen berücksichtigt.

 

Auch der Wunsch aus dem Beirat im Hinblick auf das Einbringen von Ideen und Materialien für die Museumsarbeit fand bei Astrid Schneider offene Ohren. Nicht zuletzt käme auch den schon lange bewährten Zeitzeugen- und Computerprojekten des Seniorenbeirats mit Siegener Schulen eine wichtige Funktion auf dem kulturellen Sektor der  Stadt Siegen zu, wie der zuständige Arbeitskreissprecher Ernst Göckus betonte.

 

Großes Interesse fanden auch die Ausführungen von Astrid Schneider zum Thema Stadtmarketing, das zwanzig Prozent ihrer Arbeitszeit umfasst. Hier verfolgte der Beirat mit großem Interesse vor allem auch die Entwicklung des neuen Mittwoch-Marktes. Der Verlagerung des am gleichen Tage stattfindenden Events "mittwochs in" auf den Platz des Unteren Schlosses wurde einvernehmlich zugestimmt.

 

Nicht ganz einvernehmlich konnte sich der Beirat übrigens der Verwaltungsvorlage "Verteilung der Fördermittel im Bereich Alter 2018" anschließen. Nachdem zuvor die Vorlage "Zuschüsse für die Förderung der Seniorenarbeit" einmütig zur Kenntnis genommen wurde, wünschte man sich bei der Verteilung der Fördermittel mehr Informationen an interessierte Gruppen, damit nicht nur wie in der Vorlage aufgeführt  zwei Antragsteller Berücksichtigung bei der Mittelverteilung fänden. Auch sollten bei der Förderung von "Dauerprojekten" die Vereinbarung von Standards und Evaluierung eine größere Rolle spielen. Hier trifft der Sozialausschuss die endgültige Entscheidung.

Gleichzeitig wies der Beirat in diesem Zusammenhang auch auf seine eigenen Projekte hin, die durchweg ehrenamtlich und ohne besondere Zuschüsse durchgeführt würden.  


Siegener Seniorenbeirat bietet Informationsveranstaltung am 6. Juni in Siegen-Süd an.

25. Mai 2018



Von zahlreichen Wählerinnen und Wählern des Siegener Seniorenbeirates wurde in letzter Zeit der Wunsch nach verstärkter Information an das Gremium herangetragen.

Was macht der Seniorenbeirat eigentlich?

Was hat er in Zukunft vor?

In welchen Dingen können wir uns an ihn wenden?

Wo können wir Hilfe erwarten?

 

Dies waren die am häufigsten gestellten Fragen. Als Sprachrohr der älteren Generation kommt der Seniorenbeirat diesen Ansinnen gerne nach. So ist zunächst eine erste Informationsveranstaltung für den Bezirk Siegen-Süd (Eiserfeld, Eisern, Niederschelden, Oberschelden, Gosenbach, Alte Dreisbach  und Hengsbach) geplant, da aus diesem Bereich die meisten Rückfragen kamen.

 

Die Veranstaltung findet am 6. Juni 2018 im Bürgerhaus Niederschelden, Auf der Burg 15, statt. Beginn ist 17 Uhr.

Nach einer allgemeinen Einführung durch den Vorsitzenden Dr. Horst Bach werden die gewählten Vertreter des Südbezirks (Karin Piorkowski, Michael Horak und Rolf Steinemann) sowie die Sprecher der 4 Arbeitskreise Rede und Antwort stehen.

 

Schwerpunkte sind jeweils bisheriges Tun, geplante Vorhaben sowie konkrete Anliegen und Wünsche.

In begrenzter Auflage steht zudem noch der 64 Seiten umfassende Tätigkeitsbericht aus der Amtsperiode 2012 – 2017 zur Verfügung.

Die Vertreter des Seniorenbeirates hoffen auf rege Beteiligung mit vielen Rückfragen, Wünschen und konkreten Vorschlägen für die gemeinsame künftige Arbeit.

 

Ähnliche Veranstaltungen sind in der nahen Zukunft für die übrigen Bezirke Geisweid, Weidenau, Siegen-Mitte, Siegen-Ost und Siegen-West geplant.


Klausurtagung 2018

29. April 2018



Sicherheit für Ältere in einer sozialen Stadt. So lautete das Thema einer zweitägigen Klausurtagung, die der Seniorenbeirat der Universitätsstadt Siegen im Haus Herbstzeitlos durchführte. Dabei wurde gleich zu Beginn der Bezug zu den Klausurtagungen der beiden vergangenen Legislaturperioden herausgestellt, wo es um die Quartiersentwicklung und die für ältere Menschen so wichtigen sozialen Netzwerke in der Stadt Siegen ging.

Zur Einführung in die Tagungsthematik wies Beiratsvorsitzender Dr. Horst Bach auf das große Sicherheitsbedürfnis älterer Menschen in der Krönchenstadt hin, die ihre letzte Lebensphase nach Möglichkeit nicht im Heim sondern am liebsten in der eigenen Wohnung und im bekannten Wohnumfeld verbringen möchten. Durch ständige Pressemitteilungen über Einbrüche, Enkeltricks und Eigentumsdelikte, wo Seniorinnen und Senioren nicht selten um ihr gesamtes Vermögen gebracht werden, würde das Sicherheitsempfinden insbesondere von Seniorinnen und Senioren auch hierzulande  empfindlich gestört. Hier sei neben der Verwaltung, die bekanntlich gerade ihr Sicherheitskonzept 2018 in die politischen Ausschüsse einbringen, auch der Seniorenbeirat gefordert.

In einem Kurzvortrag zeigte sodann Siegens Seniorenbeauftragter Lars Dörr als Moderator der Klausurtagung die Möglichkeiten auf, die sich dem Seniorenbeirat durch Anfragen und Antragstellungen im Rahmen seiner Plenumsssitzungen bieten. Unter dem Thema "Was wollen wir erreichen?" sammelten die Beiratsmitglieder sodann zahlreiche Vorschläge für ihre Agenda 2022. Diese sollen nun in naher Zukunft in Vorstand und Arbeitskreisen weiter diskutiert und schließlich dem Plenum als fertiges Konzept zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt werden.

 

Insbesondere für die zu Beginn der Wahlperiode neu hinzugekommenen Beiratsmitglieder erläuterte Lars Dörr die Richtlinien und die Geschäftsordnung des Seniorenbeirates. Vorschläge für Änderungen der Wahlordnung wie eine Neuregelung der Vertretungsmandate in den Bezirken sowie die Anregung einer gemeinsamen Kandidatenliste für das gesamte Stadtgebiet sollen rechtzeitig vor der nächsten Wahlperiode von der Verwaltung geprüft werden.

 

Am Nachmittag des ersten Tages standen sodann "Aktuelle Kriminalitätsphänomene zum Nachteil von Senioren" auf der Tagesordnung. Hierzu referierte Kriminalhauptkommisarin Susanne Otto von der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein. Unter der Gesprächsleitung der stellv. Beiratsvorsitzenden Dr. Maria Czell berichten die Beiratsmitglieder über ihre Erfahrungen im persönlichen Bereich aber auch im eigenen Wohnbezirk.

 

Wie wichtig gerade das Sicherheitsbedürfnis älterer Menschen rund um das eigene Haus ist, das machte am zweiten Klausurtag Beiratsmitglied Helmut Plate als fachkundiger Referent in eindrucksvoller Art und Weise deutlich. Helmut Plate, der gemeinsam mit Beiratsmitglied Armin Maxeiner vor wenigen Wochen im Rahmen des Projektes "Senioren helfen Senioren" das Zertifikat als Seniorenberater für Sicherheit erworben hat, stellte mittels zahlreicher Gegenstände und "Handreichungen" recht anschaulich dar, wie sich ältere Menschen im eigenen Haus bzw. in der eigenen Wohnung vorbeugend vor Einbrüchen und Überfällen schützen können. Bei der Zusammenfassung der Tagungsergebnisse regte Beiratsvorsitzender Dr. Horst Bach eine ausführliche Erläuterung und Diskussion des städtischen Sicherheitskonzeptes 2018 in einer der nächsten Plenumssitzungen an. Schließlich ginge es hier im Sinne der älteren Bevölkerung um die politische Teilhabe des Seniorenbeirates an den Beschlüssen des Rates der Stadt Siegen.


Am Ende der Klausurtagung präsentierten die Mitglieder des Siegener Seniorenbeirates ihre Arbeitsergebnisse auf einer Schautafel.


















Seniorenbeirat trifft Nobelpreisträger

24. April 2018



Beim Empfang des Weidenauer Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums für "seinen" Nobelpreisträger Prof. Dr. Joachim Frank war auch der Seniorenbeirat der Stadt Siegen mit seinem Vorsitzenden Dr. Horst Bach mit von der Partie.

Das hatte seinen guten Grund, waren doch Jochen Frank und Horst Bach im Jahre 1951 Klassenkameraden in der Sexta b des FJMG. Auch das wiederum hatte seinen besonderen: Denn in der "VI b", wie es auf dem Klassenschild im Kellergeschoss des damaligen Hauptgebäudes stand, waren nur die "evangelischen Jungen des Schulträgers" zugelassen. Und Jochen Frank und Horst waren nun einmal "Wierenäuer Jonge". Den evangelischen Religionsunterricht erteilte ihnen der legendäre Pastor Arndt von der Haardter Kirche. Schulträger war damals das  Amt Weidenau mit den beiden damals noch selbständigen Gemeinden Weidenau und Klafeld.

In die Sexta a kamen dagegen, so erinnerten sich die beiden Altkameraden schmunzelnd - und man beachte dabei auch die Reihenfolge der "Zugelassenen"-  Katholiken, Auswärtige, Mädchen und Sonstige...“

Mädchen waren damals in der Tat in der Minderheit, und so war denn bei einem Abiturjahrgang zu Beginn der sechziger Jahr die Klafelder "Fürstin" Charlotte Lauber das einzige Mädchen, das im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig die "Reifeprüfung" bestand.

Nach der Quarta trennten sich übrigens die Wege von Jochen Frank und Horst Bach. Der spätere Nobelpreisträger wechselte in die Untertertia des  naturwissenschaftlich-mathematischen Zweiges (UIII), sein Klassenkamerad in die Untertertia des neusprachlichen Zweiges (UIIIs).

 

Als Geschenk des Seniorenbeirates konnte Joachim Frank den jüngsten Tätigkeitsbericht des Seniorenbeirates mit auf die Rückreise in die USA nehmen, nachdem er sich zuvor für die Seniorenarbeit in der Krönchenstadt sehr interessiert hatte.


Das Bild zeigt von links: Dr. Horst Bach, Prof. Dr. Joachim Frank und FJMG-Schulleiter Oberstudiendirektor Rüdiger Käuser

Gedenkveranstaltung in Ypern

11. April 2018

Eine besondere Ehre wurde der Delegation des Seniorenbeirates der Stadt Siegen bei ihrem Besuch in der belgischen Partnerstadt Ypern zuteil. Am Abend vor ihrer Abreise war die Gruppe zur Teilnahme an der äußerst eindrucksvollen "Last Post Ceremony" am Menentor eingeladen worden, die an jedem Abend vor großem Publikum stattfindet. Diesmal eröffneten Yperns stellv. Bürgermeister Joseph Verschoore, der Siegener Seniorenbeiratsvorsitzende Dr. Horst Bach sowie  ein englischer Offizier vor rund 300 Gästen im Zeichen der Völkerverständigung gemeinsam die Zeremonie, bevor zahlreiche Gruppen insbesondere von Schulkindern aus England Mohnblumen an der Gedenkstätte niederlegten. Seit dem 2.Juli 1928 wird jeden Abend um 20 Uhr am Menentor der Gefallenen des 1.Weltkrieges gedacht.  Dabei wird während der Zeremonie der Verkehr durch das Tor angehalten. Anschließend spielen die Trompeter der  städtischen Feuerwehr das "Last Post" (Der letzte Wachposten) zum Gedenken an die Gefallenen. Diese Tradition wurde nur während der Zeit des Zweiten Weltkrieges unterbrochen. Die große Gedenkhalle unter dem Torbogen ehrt mit ihren eingemeißelten Namen die 54.896 vermissten Soldaten, die vor dem 17.August 1917 in den ersten drei Flandernschlachten gefallen waren. Das Ehrenmal ist insbesondere den gefallenen Soldaten Großbritanniens und des Commonwealth gewidmet, die in Schlachten um Ypern nicht identifiziert und ohne eigenes Grab geblieben sind. Für alle englischen Schulkinder ist es daher Pflicht, einmal während ihrer Schulzeit die Gedenkstätte am Menentor zu besuchen.


Im Zeichen der Völkerverständigung: Siegens Seniorenbeiratsvorsitzender Dr. Horst Bach, Yperns stellv. Bürgermeister Joseph Verschoore und ein englische Offizier (von links) eröffneten gemeinsam die Gedenkveranstaltung am Yperner Menentor. Im Hintergrund beobachten die Beiratsmitglieder Alfonso Lopez-Garcia, Leni Sörries-Meister und Dr. Maria Czell die Zeremonie.




Sitzgelegenheiten an Haltestellen des ÖPNV sind zu niedrig Seniorenbeirat fordert Verbesserungen

19. Januar 2018

Die äußerst vielfältige Arbeit des neuen Seniorenbeirates der Universitätsstadt Siegen wurde in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus Geisweid deutlich, wo sich das Gremium wieder mit zahlreichen Anregungen aus der Bürgerschaft befasste.

 

Wie Beiratsvorsitzender Dr. Horst Bach mitteilte, nutzten inzwischen immer mehr ältere Menschen der Krönchenstadt die Möglichkeit, ihre persönlichen Anliegen und Erfahrungen sowie Verbesserungsvorschläge für eine möglichst barrierefreie Stadt an den Seniorenbeirat heranzutragen. Der Arbeit der  Seniorenbeiratsmitglieder in den sechs Siegener Stadtbezirken käme daher eine zunehmende soziale Bedeutung zu und sei nicht hoch genug einzuschätzen, so der Vorsitzende.

 

So beschloss das Gremium jetzt einstimmig einen Antrag von Helmut Plate, Sprecher des Arbeitskreises Mobilität, Sicherheit und Verkehr, die Sitzbänke im Bereich der Bushaltestellen auf bis zu 55 cm Sitzhöhe zu erhöhen. So sei eine steigende Anzahl von ÖPNV-Nutzern durch Einschränkungen im Bewegungsablauf, beispielsweise nach Hüftoperationen, nicht mehr in der Lage, die derzeit an den Haltestellen angebrachten Sitzgelegenheiten beschwerdefrei bzw. überhaupt zu nutzen, heißt es in dem Antrag. Zudem wurden darin weitere medizinische Gründe angeführt, die eine derartige Erhöhung dringend nahelegen. Die zurzeit gebräuchliche Höhe der Sitze beträgt lediglich 40 – 45 cm. 

Der Seniorenbeirat bittet nunmehr die Verwaltung um Prüfung und zeitnahe Umsetzung des Antrags.

 

Im weiteren Verlauf der Sitzung ließ sich der Seniorenbeirat von Pia Irle vom Büro Bürgermeister über die Ehrenamtskarte informieren und benannte das Geisweider Beiratsmitglied Hans Amely zum Vertreter des Seniorenbeirats in der Redaktionskonferenz der städtischen Autorenzeitschrift "durchblick".

 

Vor Beginn der Sitzung hatte Beiratsvorsitzender Dr. Horst Bach Siegens Integrationsbeauftragten Torsten Büker begrüßt, der das Gremium über die im Februar in der Sparkasse Siegen stattfindende Anne-Frank-Ausstellung informierte. Auch hier wollen einige Beiratsmitglieder sich ehrenamtlich in Organisation und Ablauf der Veranstaltung einbringen. Damit würde der Seniorenbeirat auch nachhaltig seinen Arbeitsschwerpunkt "Jung und Alt"  bedienen, wie Pressesprecher Ernst Göckus mitteilte, der die inzwischen in verschiedenen Schulen stark nachgefragten Zeitzeugenprojekte des Siegener Seniorenbeirats ins Leben gerufen hat.


Vom Telefon zum Smartphone

07. Januar 2018

Eine neue Zusammenarbeit des Siegener Seniorenbeirates

              mit dem Weidenauer  Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium

 

Die in bewährter Kooperation zwischen Seniorenbeirat und Schule seit vielen Jahren angebotenen Kurse für Vertreter der dritten Generation erfreuen sich nach wie vor hoher Beliebtheit. Auf dem Programm stehen  nach wie vor  Zurechtfinden im Internet, Textgestaltung, Tabellenerstellung und Versenden von E- Mails. Gegenwärtig laufen zwei Kurse für Teilnehmer mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Die Leitung liegt bei  den Seniorenbeiratsmitgliedern Brigitte Burk und Dr. Horst Uzar, den praktischen Unterricht gestalten Schüler der gymnasialen Oberstufe.

Erstmalig wird nunmehr auch ein Smartphonekurs angeboten. Schüler-Lehrer ist Markus Grauel, welcher auch die Computerkurse mitbetreut.  Da die Geräte in der Handhabung recht unterschiedlich sind, kann nur in kleinen Gruppen gearbeitet werden.  

Die lernbegierigen Seniorinnen und Senioren waren dann auch sogleich voll bei der Sache. Das Verschicken von Bildern war der erste Lerninhalt. Schon nach drei Lernstunden  zeigten sich  alle Beteiligten   mit dem erlernten Stoff mehr als zufrieden und immer mit Begeisterung dabei. Auch dieser Kurs wird von  Seniorenbeiratsmitglied Hans Amely als Koordinator geleitet, welcher zudem in bewährter Form mit hilfreichen Tipps zur Verfügung steht. Der gegenwärtig angebotene Kurs läuft noch bis zu den Osterferien.


Vom altehrwürdigen Telefon mit Wählscheibe zum multifunktionalen Smartphone – Hans Amely, Christel Henneberg, Markus Grauel und Astrid Thiele sind mit Elan und Eifer dabei.